Tokio. Kronprinz Akihiro ist siebenundzwanzig und hat noch nie selbst eine Tür geöffnet. Jeder seiner Schritte wird aufgezeichnet, jedes Lächeln ist Staatsangelegenheit. Weglaufen ist unmöglich. Also beschließt er zu verschwinden, ohne den Palast zu verlassen.
Nachts, mit einem gestohlenen Telefon und einer KI namens Murasaki, wird der Thronfolger zum Programmierer ohne Gesicht. Er verliebt sich in Yuki, eine Entwicklerin aus Ikebukuro, die nicht ahnt, wer am anderen Ende schreibt. Er macht einen Soba-Koch in Yanaka zum Komplizen, ohne dass dieser weiß, wofür. Und er unterschätzt den einen Mann, der seit Oxford jeden seiner Schritte zählt.
Ein Roman über Code und Kodex, über Masken und Namen – und über die Frage, was ein Mensch riskiert, um zum ersten Mal er selbst zu sein.
Der Kronprinz. Siebenundzwanzig, makellos, unsichtbar. Nachts nennt er sich Hikaru.
Programmiererin aus Ikebukuro. Sie baut die Oberfläche für einen Auftraggeber, den sie nie gesehen hat.
Soba-Koch in Yanaka. Seine Hände kennen jedes Brett unter seinem Tresen.
Analyst im Hofamt. Er zählt alles. Auch die Minuten, in denen der Prinz nicht blinzelt.
Hinter Wassergräben und Steinmauern beginnt eine Welt, in der jeder Schritt aufgezeichnet wird.
Zwei Zimmer, dreihundert Meter vom Gleis. Hier hört man jeden Zug – und nachts das Klappern einer Tastatur.
Eine Gasse, so schmal, dass zwei Fahrräder nicht aneinander vorbeikommen. Und ein Laden ohne Namen.
Ein Glücksamulett, eingenäht in eine Manteltasche. Und eine Prüfung, die alles verändert hat.
Über Odile Campier ist wenig bekannt, und das ist kein Zufall. Sie interessiert sich für Systeme, die Menschen ordnen – Protokolle, Programme, Kodizes – und für die Lücken, durch die man ihnen entkommt.
Imperial Code ist ihr erster Roman.
Ihr Name ist ein Rätsel. Nicht das einzige in diesem Buch.